STÄRKE-Elternkurs  für Mütter in besonderen Lebenslagen

Termine:

Kurs 1             05./12./19./26. April 2017

Kurs 2             07./14./21./28. Juni 2017

Kurs 3             06./13./20./27. September 2017

Kurs 4             08./14./22./29. November 2017

„Stärke für Mütter - ein Angebot für Frauen mit sexuellen Gewalterfahrungen“

Ausgangslage:

 Wenn Mütter in ihrer Kindheit oder Jugend selbst Opfer sexueller Gewalt wurden, wirkt sich dies auf ihre Rolle als Mutter und Familienfrau selbstverständlich in irgendeiner Art und Weise aus.

Obwohl die Frauen, die „Maschen“ der Täter d.h. ihre Strategien sehr genau kennen, kann es sein, dass sie den eigenen Wahrnehmungen nicht vertrauen. Ihr Selbstwertgefühl und -vertrauen ist diesbezüglich extrem erschüttert, ein Ergebnis der wirksamen Täterstrategie.  So kann es sein, dass Mütter oft selbst Gewalt auf ihren Körper ausüben, sie häufig kein Vertrauen in die eigenen Selbstverteidigungskräfte, in die Beziehungen zu anderen Menschen haben bzw. sie extrem  misstrauisch und übersensibel in den Beziehungen sind. Freude an der eigenen Sexualität zu erleben, stellt eine großes Herausforderung dar und gilt doch als Kriterium für eine "normale" Frau.

 

Als Mütter fragen sich die Frauen häufig, ob und welche Fehler sie aufgrund ihrer Erfahrungen in der Erziehung der eigenen Kinder machen und wünschen sich Hilfestellung, Unterstützung, Beratung.

Die Mütter beschäftigt vor allem folgende Fragen:

Wie kann ich meinen eigenen Wahrnehmungen im Umgang mit den erzieherischen Anforderungen vertrauen? Wie kann ich meine eigenen Grenzen und die meines Kindes definieren und ihre Einhaltung durchsetzen?

Wie kann ich mein Kind schützen, ohne es über behüten zu wollen?

Wie kann ich mein Kind stärken, ihm Selbstbehauptungsstrategien mit auf den Weg geben, ohne ihm Angst zu machen bzw. es von den anderen zu isolieren? Wie kann ich meine Tochter oder meinen Sohn in ihrer bzw. seiner körperlichen Entwicklung begleiten, ohne das Kind in seiner freien Entfaltung einzuschränken?

 

Ziele des Elternkurses:

Stärkung von Schlüsselqualifikationen für eine stärkende Erziehung:

  • die eigene und die Einzigartigkeit des Kinder annehmen.
  • erkennen, was braucht ein Kind für eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung.
  • die Fähigkeit wieder entdecken, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen.
  • Im Training mit anderen Betroffenen Grenzüberschreitungen erkennen, eigene körperliche und seelische Grenzen spüren (Was ist ok, was ist nicht ok? auch in Bezug auf Sexualität).
  • lernen sich in alltäglichen (Erziehungs-) Situationen und gegenüber aggressiven Angriffen (mittels klaren verbalen und mimischen und körperlichen Signalen) zu behaupten.
  • das regionale Hilfenetzwerk kennen- und nutzen lernen.
  • Zum Üben: Entwicklung einer eigenen Mutmachformel.

 

Ziel-Gruppe: (max.7 Personen)

 

Familien, mit häuslicher bzw. sexueller Gewalt bzw. Mütter, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erlebt haben.

 

Durchführung:

Der Elternkurs wird fortlaufend an je 4 Abenden mit 2 Stunden stattfinden.

 

Daneben ist bei Bedarf eine individuelle Begleitung der Frauen mit jeweils 10 Beratungsstunden vorgesehen. Ziel der individuellen Begleitung soll zum einen der Vertiefung dienen als auch der Hilfestellung bei der Übertragung auf die Erziehungssituation im Alltag. Gleichzeitig kann in der persönlichen Beratung abgeklärt werden, ob sich eventuell der Bedarf einer therapeutischen Hilfe herausgestellt hat.

 

Ziele:

Wie das Kind, seine Persönlichkeit entwickeln kann:

 

  1. Jedes Kind ist einzigartig
  2. Fördern von Herzen – Kraftquellen erschließen
  3. Wahrnehmungen und Gefühle sind wichtig!
  4. Leben in einem Netzwerk der Beziehungen
  5. Grenzen wahrnehmen und verteidigen
  6. Abschluss: Mut gehört dazu

Methoden:

In den verschiedenen Modulen sollen Übungen aus der Selbstbehauptung einfließen. Dazu gehören Wahrnehmungsübungen, Nähe- und Distanzübungen, Vertrauensübungen, Übungen für ein deutliches „Nein“, Rollenspiel zum Thema Nein - Sagen, Besprechung von Fallbeispielen aus dem täglichen Erziehungsalltag, das individuelle Hilfenetzwerk aufzeigen.

 

Referentinnen: Uschi Böss-Walter, Ulrike Fritsch

 

Liebe Eltern,

Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist immer wieder Thema in der Presse. Viele Eltern sind besorgt und verunsichert. Wie kann ich mein Kind schützen? Wie offen kann ich mit meinem Kind über dieses Thema reden? Vor was müssen wir unser Kind warnen? Das sind Fragen die sich Eltern immer wieder stellen. Wir möchten Sie auf den folgenden Seiten informieren und dazu beitragen Ängste abzubauen.

 


 

 

 

 

 

Was ist sexueller Missbrauch?

Sexueller Missbrauch liegt dann vor, wenn ein Erwachsener seine Macht, das Vertrauen und die Unwissenheit des Kindes ausnutzt, um seine eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

 

 

Dynamik der Sexuellen Gewalt

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen beginnt häufig schleichend. Der Täter sucht sich ein Opfer aus. Die Tat wird geplant und beginnt mit Grenzverletzungen und steigert sich bis hin zu schwerem Sexuellen Missbrauch. Der Missbrauch kann über Jahre hinweg andauern. Das Kind wird mit Geschenken, Drohungen und Gewaltanwendung zur Geheimhaltung verpflichtet.

 

Zahlen und Fakten?

  • Betroffen sind Mädchen und Jungen. Etwa ein Drittel sind jünger als 10 Jahre.
  • In Baden-Württemberg werden laut polizeilicher Kriminalstatistik jährlich etwa 2000 bis 2500 Sexualstraftaten gegen Kinder und Jugendliche erfasst. Man geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer um das zehnfache, in ländlichen Gebieten sogar um das zwanzigfache höher ist. Allgemein muss man von einem erschreckend hohen Maß von Missbrauchsfällen ausgehen.
  • Die Täter sind meist keine Fremden, die sich ihre Opfer zufällig und gewaltsam herausgreifen. Die Täter sind in den meisten Fällen im Nahbereich des Kindes, im Bekannten- und Verwandtenkreis zu finden.
  • Die Täter sind zum überwiegenden Teil Männer. Sie kommen aus allen Gesellschaftsgruppen, Berufsgruppen und Altersgruppen.

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für ein täterunfreundliches Klima

 

  • Die Rechte des Kindes
    Würde des Kindes
    rechtliche Stellung des Kindes vor Gericht
  • Gesellschaftliche Rollen von Frau und Mann
    Männerbild
    Sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen
  • Umgang mit Sexuellen Dingen in unserer Gesellschaft
    Altersgemäße Aufklärung in sexuellen Dingen
    Tabu brechen
    Medien: Darstellung von Mädchen und Jungen
    Maßnahmen gegen Kinderpornographie
   

Erziehungstipps finden Sie unter "Schützen" und "Helfen" !!!

Literaturtipps -> Hier klicken

 

 

 

 

 

schreib uns!

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

"Wie gehen wir an, was alle angeht?"

Merseburg 30.11.2017

Johannes-wilhelm Rörig, unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

"Im Netz.Vor Ort. Bei dir. Mach mit!"