Als Kind dachte ich, dass ich die Einzige bin...

Berlin, 31.01.2017 „Wir müssen alle wissen, was Kindern passiert und was es bedeutet, wenn Kinder von sexueller Gewalt betroffen sind“, so Sabine Andresen, Vorsitzende der Kommission bei der Pressekonferenz zum Hearing. „Mit dem Hearing und den vertraulichen Anhörungen geben wir Betroffenen eine Möglichkeit, dass sie gehört werden. Denn das ist das, was Betroffene bislang zu wenig erfahren haben.“

© H.C. Plambeck

Andrea-Maria Winter

Geschichten, die zählen

 

1. Öffentliches Hearing "Kindesmissbrauch im familiären Kontext" am 31.Januar 2017 in Berlin mit Maria-Andrea Winter als Panelteilnehmerin

 

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Reihe von öffentlichen Anhörungen (Hearings) der Kommission mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Unter dem Leitsatz „Geschichten, die zählen“ werden Betroffene, aber auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sowie weitere Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche diskutieren. Ziel der Hearings ist es, den gesellschaftlichen Dialog zum Thema Kindesmissbrauch zu fördern und aus den Erkenntnissen Handlungsempfehlungen an die Politik und Gesellschaft zu formulieren. Der Blick zurück in die Vergangenheit und das Aufzeigen der Dimension der sexuellen Gewalt in der Kindheit sollen Aufklärungsarbeit leisten und damit zentrale Grundlage für einen verbesserten Schutz vor sexuellem Missbrauch bilden.

 

 

Prof. Dr. Sabine Andresen

Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

 

 

www.aufarbeitungskommission.de/meldung-31-01-2017-sexueller-kindesmissbrauch-betroffene-sprechen-oeffentlich

 

 

http://ubskm-veranstaltungen.bafza.de/hearing-kindesmissbrauch-im-familiaeren-kontext/programm.html 

 

 

„Erst wenn die Vergangenheit gestern war und die Gegenwart heute ist, kann Zukunft entstehen“ - Judith Rothen/Ursula Enders

 

Nicht verarbeitete traumatische Kindheitserinnerungen wie sexueller Missbrauch beeinflussen das Leben erwachsener Frauen. Ebenso wie körperliche Wunden können Verletzungen der Seele nicht von heute auf morgen geheilt werden.

Heilung ist vielmehr ein Prozess, in dem Betroffene Schritt für Schritt wieder lernen:

  • sich selbst zu spüren
  • an sich zu glauben
  • ihre Interessen zu vertreten
  • und ihr Leben zu leben.

Die Bewältigung traumatischer Erlebnisse kostet Kraft. Für die Bewältigung sexueller Gewalterfahrungen gibt es kein Patenrezept. Jede Frau muss ihren eigenen Weg suchen. Eine Therapeutische Begleitung oder die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe können dabei eine wertvolle Unterstützung sein.

 

 

Selbsthilfe - Es passiert nichts mit mir, ich mach was

„ Und dann saß ich in der Selbsthilfegruppe und war einfach baff. Da saßen einfach tolle Frauen, nicht beschmutzt, nicht verrückt – ganz normal. Und ich gehörte dazu. Ganz langsam entstand in mir ein neuer Gedanke: Vielleicht war ich ja auch nicht verrückt. Jede andere Frau, die über ihre Geschichte sprach gab mir ein Stück Normalität zurück. Jede hat ihr eigene Geschichte, doch sie alle waren mir vertraut. Langsam verstand ich: nicht ich war wahnsinnig, sondern spürte nur den Wahnsinn, den der Täter mit mir gemacht hatte. Ich war ganz normal.“

Irene (44) in „Zart war ich, bitter war's“ (S. 377, Literaturliste siehe  unten)

 

Therapie – eine individuelle Begleitung

Eine Therapie kann hilfreich sein aktuelle Beschwerden oder Probleme zu lösen. Darüber hinaus bietet sie die Chance sich mit der sexuellen Gewalterfahrung, der Ablehnung, dem Schmerz, der Angst und Wut und allen Gefühlen die dahinterstecken auseinander zu setzen.

 

Die Beratungsstelle Feuervogel kann Ihnen Hilfe anbieten, die richtige Unterstützung für Sie zu finden.

 

Literaturhinweise:

  • Trotz allem
    Ellen Bass/Laura Davis, Orlanda Frauenverlag, Berlin 1990
  • Zart war ich, bitter war's
    HG Ursula Enders, Köln 2001
  • Frauen gegen Gewalt
    Sozialministerium Baden-Württemberg, Schellingstr. 15, 70174 Stuttgart

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