MariaAndrea Winter aktives Mitglied bei Feuervogel e.V. an der aktuellen Studie der Aufarbeitungskommission zu sexualisierter Gewalt an Kindern in der Familie beteiligt

An der jüngst von der Aufarbeitungskommission veröffentlichten Studie zu sexualisierter Gewalt an Kindern in der Familie hat sich MariaAndrea Winter beteiligt. Die Studie ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes von Wissenschaftlerinnen der Goethe-Universität Frankfurt am Main zur gesellschaftlichen Aufarbeitung dieses Tatkontextes. Aus den Befragungen der Betroffenen konnten wichtige Erkenntnisse zu dem Tatgeschehen gezogen werden.

Frau Winter engagiert sich seit Jahrzehnten in der Selbsthilfe im Landkreis Rastatt und ist seit diesem Jahr Betroffenenbeirätin im Vorstand des Vereins Feuervogel. Schon seit Jahrzehnten engagiert sie sich auch öffentlich für die Verbesserung der Situation von Betroffenen. Ihre Geschichte ist eine von 870 Berichten von Betroffenen, die in die Studie eingeflossen sind. Frau Winter erzählt ihre Geschichte, um andere Betroffene zu sagen, Du bist nicht alleine, um zu zeigen, welche lebenslangen Folgen diese Taten haben und um daraus zu lernen, wie Prävention und Hilfe wirksam werden kann. Ihr Anliegen ist auch für die Betroffenen selbst ausreichende Hilfe zu erreichen, besonders für Menschen, die jetzt im Seniorenalter sind und als Kinder oft gar keine oder nur eine unzureichende Möglichkeit der Aufarbeitung hatten.

 

Die Familie soll ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche sein und ist aber viel zu oft der Ort, wo Mädchen und Jungen jahrelange schwere Gewalt erleben mit erheblichen Konsequenzen für das weitere Leben.

In dem aktuellen Bericht von Betroffenen, ihren geschilderten Erlebnissen wird das Ausmaß der sexuellen Gewalt in der eigenen Kindheit und Jugend in Familien deutlich.

 

 

 Was können wir aus dem Erfahrungswissen der Betroffenen für uns hier und heute lernen:

Eine ausreichende Stärkung der Rechte von Kindern ist das A und O, Kinder und Jugendliche sollen ihr Recht auf eine körperliche Unversehrtheit und eine gesunde unversehrte körperliche und sexuelle Entwicklung kennen. Umso wichtiger ist es, dass jedes Kind diese Rechte in Präventionsveranstaltungen kennen lernt.

Genauso wichtig ist, dass alle Eltern die Gefahren und Hinweise auf sexuelle Gewalt kennen und die Augen auch vor den Gefahren in der eigenen Familie nicht verschließen.

Hilfsquellen, die die Betroffenen der Studie damals gar nicht oder nur unzureichend hatten, müssen für jedes Kind und jede Helfer*in sichtbar und erreichbar sein. Dieses Ziel haben wir so heute auch noch nicht erreicht. 

Wir sind alle gefordert, uns zu informieren, hinzuschauen und Hilfsangebot zu machen – Kinder zu schützen. Vernetzung der Helfenden ist dabei unbedingt erforderlich, da die Taten und Verdeckungen besonders in der Familie besonders komplex und schwierig zu lösen sind.

 

Frau Winter betont: Wenn wir über verbesserten Kinderschutz sprechen dürfen wir auch das Thema der sekundären Folgen für die Angehörigen weder ausblenden, noch verschweigen. Sekundäre Folgen können in vielfältiger Art auf Angehörige, z.B. Geschwister, später die eigenen Kinder einwirken. Die Folgen für die nachfolgenden Generationen von Betroffenen werden von Betroffenen selbst und in Fachkreisen vermehrt diskutiert. Selbst für Kinder und Kindeskinder kann sich eine Traumatisierung gravierend auswirken, ohne dass Betroffene sich immer selbst der Ursachen bewusst sind. Deshalb ist es notwendig gerade in diesem Bereich sensibel mit der Thematik umzugehen und geeignete Hilfen anzubieten, die es ermöglichen, die Zusammenhänge zu erkennen, sich selbst besser zu verstehen und die eigenen Ressourcen zu aktivieren.

Dieses Wissen um die Zusammenhänge in die Öffentlichkeit zu transportieren, ist wichtiger Baustein des Kinderschutzes für Generationen.

 

 

Und Last but not least, dürfen wir es nicht vergessen, uns um die Betroffenen zu kümmern, die heute Senior*innen sind, damals als Kind fast keine Hilfe bekamen und bis heute unter den Folgen leiden. Auch Sie brauchen die Hilfe und Unterstützung der Gesellschaft.

Fonds Sexueller Missbrauch

Der Fonds Sexueller Missbrauch ist ein Hilfsfonds für Opfer von sexueller Gewalt in der Kindheit.

Er richtet sich an alle Betroffene, welche als Minderjährige auf dem deutschen Staatsgebiet sexuell missbraucht wurden und heute noch unter den Folgen des Missbrauchs leiden. Der Fonds wurde im Mai 2013 von der Deutschen Bundesregierung ins Leben gerufen. Betroffene können vom Fonds Sachleistungen von bis zu 10.000 EUR erhalten, insbesondere für therapeutische Maßnahmen, um den Missbrauch zu verarbeiten. Bei behinderungsbedingtem Mehrbedarf können zusätzlich bis zu 5.000 EUR durch den Fonds bewilligt werden. Weitere Hinweise zur Antragstellung finden Sie auf der Internetseite des Hilfefonds.

 

Als Kind dachte ich, dass ich die Einzige bin...

1. Öffentliches Hearing "Kindesmissbrauch im familiären Kontext"

am 31.Januar 2017 in Berlin mit unserem langjährigen Mitglied Maria-Andrea Winter als Panelteilnehmerin

Berlin, 31.01.2017 „Wir müssen alle wissen, was Kindern passiert und was es bedeutet, wenn Kinder von sexueller Gewalt betroffen sind“, so Sabine Andresen, Vorsitzende der Kommission bei der Pressekonferenz zum Hearing. „Mit dem Hearing und den vertraulichen Anhörungen geben wir Betroffenen eine Möglichkeit, dass sie gehört werden. Denn das ist das, was Betroffene bislang zu wenig erfahren haben.“

© H.C. Plambeck

Andrea-Maria Winter

© H.C. Plambeck

Andrea-Maria Winter mit Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Geschichten, die zählen

 

1. Öffentliches Hearing "Kindesmissbrauch im familiären Kontext" am 31.Januar 2017 in Berlin mit Maria-Andrea Winter als Panelteilnehmerin

 

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Reihe von öffentlichen Anhörungen (Hearings) der Kommission mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Unter dem Leitsatz „Geschichten, die zählen“ werden Betroffene, aber auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sowie weitere Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche diskutieren. Ziel der Hearings ist es, den gesellschaftlichen Dialog zum Thema Kindesmissbrauch zu fördern und aus den Erkenntnissen Handlungsempfehlungen an die Politik und Gesellschaft zu formulieren. Der Blick zurück in die Vergangenheit und das Aufzeigen der Dimension der sexuellen Gewalt in der Kindheit sollen Aufklärungsarbeit leisten und damit zentrale Grundlage für einen verbesserten Schutz vor sexuellem Missbrauch bilden.

 

 

Prof. Dr. Sabine Andresen

Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

 

 

www.aufarbeitungskommission.de/meldung-31-01-2017-sexueller-kindesmissbrauch-betroffene-sprechen-oeffentlich

 

 

http://ubskm-veranstaltungen.bafza.de/hearing-kindesmissbrauch-im-familiaeren-kontext/programm.html 

 

 

„Erst wenn die Vergangenheit gestern war und die Gegenwart heute ist, kann Zukunft entstehen“ - Judith Rothen/Ursula Enders

 

Nicht verarbeitete traumatische Kindheitserinnerungen wie sexueller Missbrauch beeinflussen das Leben erwachsener Frauen. Ebenso wie körperliche Wunden können Verletzungen der Seele nicht von heute auf morgen geheilt werden.

Heilung ist vielmehr ein Prozess, in dem Betroffene Schritt für Schritt wieder lernen:

  • sich selbst zu spüren
  • an sich zu glauben
  • ihre Interessen zu vertreten
  • und ihr Leben zu leben.

Die Bewältigung traumatischer Erlebnisse kostet Kraft. Für die Bewältigung sexueller Gewalterfahrungen gibt es kein Patenrezept. Jede Frau muss ihren eigenen Weg suchen. Eine Therapeutische Begleitung oder die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe können dabei eine wertvolle Unterstützung sein.

 

 

Selbsthilfe - Es passiert nichts mit mir, ich mach was

„ Und dann saß ich in der Selbsthilfegruppe und war einfach baff. Da saßen einfach tolle Frauen, nicht beschmutzt, nicht verrückt – ganz normal. Und ich gehörte dazu. Ganz langsam entstand in mir ein neuer Gedanke: Vielleicht war ich ja auch nicht verrückt. Jede andere Frau, die über ihre Geschichte sprach gab mir ein Stück Normalität zurück. Jede hat ihr eigene Geschichte, doch sie alle waren mir vertraut. Langsam verstand ich: nicht ich war wahnsinnig, sondern spürte nur den Wahnsinn, den der Täter mit mir gemacht hatte. Ich war ganz normal.“

Irene (44) in „Zart war ich, bitter war's“ (S. 377, Literaturliste siehe  unten)

 

Therapie – eine individuelle Begleitung

Eine Therapie kann hilfreich sein aktuelle Beschwerden oder Probleme zu lösen. Darüber hinaus bietet sie die Chance sich mit der sexuellen Gewalterfahrung, der Ablehnung, dem Schmerz, der Angst und Wut und allen Gefühlen die dahinterstecken auseinander zu setzen.

 

Die Beratungsstelle Feuervogel kann Ihnen Hilfe anbieten, die richtige Unterstützung für Sie zu finden.

 

Literaturhinweise:

  • Trotz allem
    Ellen Bass/Laura Davis, Orlanda Frauenverlag, Berlin 1990
  • Zart war ich, bitter war's
    HG Ursula Enders, Köln 2001
  • Frauen gegen Gewalt
    Sozialministerium Baden-Württemberg, Schellingstr. 15, 70174 Stuttgart

Yoga Übungen in leichter Sprache

Die Organisation "leichte Sprache simultan" bietet auf ihrer Seite Informationen und mehr in leichter Sprache.

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