Kinder stark machen – Schutz vor sexueller Gewalt!

 

Kinder für das Leben stark zu machen, ist eine grundlegende Voraussetzung, um den Nachwuchs vor sexueller Gewalt zu schützen und für ein selbstbestimmtes Leben fit zu machen.

 

Jedes Kind ist ganz besonders wertvoll und einzigartig. Wenn wir uns das bewusst machen, sind vielleicht kritische Situationen wieder leichter zu bewältigen.

 

Kinder haben ihre eigene Art ihre Meinung zu äußern und sie haben das Recht dazu ihre Meinung zu sagen, Gefühle zu äußern, Missstände zu benennen und auch „Nein“ zu sagen, wenn sie sich in ihrer Haut nicht mehr wohl fühlen.

 

Das ungute Bauchgefühl, unsere innere Alarmanlage hilft uns dabei zu entscheiden, ob etwas noch in Ordnung ist oder nicht. Unterstützen Sie Ihre Kinder dabei, auf die eigene Wahrnehmung zu achten und auf Warnsignale zu hören. Das tun Sie, indem Sie im täglichen Leben, das Kind ermutigen, seine Gefühle und Meinungen zu äußern.

 

Vermitteln Sie ihren Kindern, dass der eigene Körper dem Kind alleine gehört und dass auch Erwachsene, akzeptieren müssen, wenn ein Kind z.B. nicht umarmt, geküsst oder gekitzelt werden will.

 

Jedes Kind hat das Recht auf seine eigene Intimsphäre

Jeder Mensch hat ein Recht auf eine eigene Intimsphäre und seine Grenzen, die es immer zu achten und respektieren gilt. Das fängt schon damit an, zu erlauben auch mal die Türe zum eigenen Zimmer zuzulassen, ungestört zu Duschen oder zu erlauben, sich alleine zu beschäftigen.

 

Kindern zuhören und auf Signale achten!

Kinder können uns nicht immer mit Worten sagen, wie sie sich fühlen. Schamgrenzen zeigen sich aber auch nonverbal: im ablehnenden Gesichtsausdruck, durch Abstand halten, Weglaufen oder Wegdrehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie auf diese Äußerungen der Ablehnung oder Zurückhaltung reagieren. Nehmen Sie die Grenzen Ihres Kindes Ernst. Diese Gespräche sollten wir immer wichtig nehmen, gut zuhören und Hilfestellungen geben. Bei ernsten Themen ist es wichtig die Verantwortung zu übernehmen und die Kinder zu entlasten.

 

Um Kinder vor Gefahr zu schützen, ist es auch wichtig die Kinder alters entsprechend über Gefahren aufzuklären, ohne ihnen Angst zu machen. Man kann die Kinder darauf hinweisen, dass es Menschen gibt, die vordergründig nett erscheinen, es aber nicht sind. Und dass auch wir Erwachsenen, dies nicht immer sofort erkennen. Denn erst wenn Kinder für solche Gefahren sensibilisiert sind, können sie Ihnen davon erzählen, wenn etwas nicht richtig oder komisch war.

 

Kindern nur vertrauenswürdigen Personen anvertrauen!

Vielleicht ist es im Moment schwierig Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Sie sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Überlegen Sie trotzdem gut, wem Sie Ihr Kind anvertrauen. Hören Sie selbst auf Ihre Intuition und vertrauen Sie Ihr Kind nicht jedem an.

 

Strategien besprechen und Hilfe holen!

Es ist außerdem wichtig eine Strategie mit dem Kind zu besprechen, wie es einer unangenehmen Situation entkommen kann oder jemanden um Hilfe bitten kann. Wenn Ihnen selbst eine Person seltsam vorkommt, dann sollten Sie Ihre Kinder der Situation auf keinen Fall aussetzen.

 

Hilfreich das Thema mit Kindern zu besprechen, kann die Seite www.trau-dich.de sein. Sie ist für Kinder ab der 3. Klasse geeignet und enthält auch wichtige Tipps für Eltern.

 

Was können Sie tun, wenn Sie einen Verdacht haben, dass etwas passiert sein könnte?

 

Wenn ein Kind sexuelle Gewalt erfährt, hat dies Auswirkungen auf sein ganzes Leben. Wenn Sie dem Kind helfen wollen, ist der wichtigste Rat Ruhe zu bewahren und sich selbst Hilfe zu holen. Sie können sich an die Beratungsstelle Feuervogel wenden und Ihre Beobachtungen schildern. Im Sinne des Kindes sollte man sehr überlegt die nächsten Schritte planen.

Kinder stark machen!!

„Geh mit keinem Fremden mit....“ ist ein häufiger Ratschlag, kann aber als vorbeugende Maßnahme gegen sexuelle Gewalt bei weitem nicht ausreichen.

Natürlich soll ein Kind wissen, dass es mit niemandem mitgehen, zu niemandem ins Auto steigen und keinen Fremden in die Wohnung lassen darf.

Noch wichtiger ist es, dass ihr Kind genau weiß, wie es sich in bestimmten Situationen verhalten soll und welche Rechte es Erwachsenen gegenüber hat.

Ein selbstbewusstes Kind, das weiß, was Erwachsene von ihm fordern dürfen, kann sich eher seiner Haut wehren.

 

Der beste Schutz vor sexuellem Missbrauch ist eine Erziehungshaltung, die Kinder fürs Leben stark macht!

  • Zeit und Zuwendung
    Ein Kind das Zärtlichkeit und Zuwendung von den Eltern erhält ist weniger offen für Täterstrategien.
    Im täglichen Ablauf sollte Zeit für Gespräche sein.
  • Der beste Schutz ist Selbstsicherheit und Selbstständigkeit
    Ein Kind das, weiß was es will und dies auch gegenüber Erwachsenen ausdrücken kann, ist für den Umgang mit fremden und bekannten Menschen gut gerüstet.
  • Körperbewusstsein und sexuelle Selbstbestimmung fördern
    Ein Kind das, weiß was es will und dies auch gegenüber Erwachsenen ausdrücken kann, ist für den Umgang mit fremden und bekannten Menschen gut gerüstet.
    Kinder die von Geburt an ihren eigenen Körper kennen lernen, ihre Sinne entwickeln und ihre Stärken erproben dürfen, erleben den eigenen Körper als wertvoll und schützenswert.
  • Den eigenen Gefühlen trauen
    Schon von klein auf sollten Kinder lernen, den eigenen Gefühlen zu vertrauen. Sprechen Sie mit ihrem Kind über seine Gefühle und nehmen Sie sie ernst.
  • Grenzen geben Sicherheit
    Wichtig ist es, dass in der Familie die Intimsphäre jedes einzelnen respektiert wird.
  • Über Sexualität reden
    Kinder haben eine natürliche Neugier darauf, etwas über sexuelle Dinge zu erfahren. Sie wollen wissen woher sie kommen und wie sie entstanden sind. Gehen Sie auf die Fragen Ihrer Kinder ein. Kinder lernen so eine Sprache über sexuelle Dinge kennen und wissen, dass sie mit diesem Thema mit Ihnen sprechen können.
  • Gute und Schlechte Geheimnisse
    Kinder lernen gute Geheimnisse wie z.B. Überraschungen von schlechten beängstigenden Geheimnisse zu unterscheiden. Wenn Heimlichkeiten unheimlich werden, ist es besser sich mitzuteilen.
  • Hilfe holen
    Kinder sollen lernen sich bei Kindern und Erwachsene Hilfe zu holen.

 

Regeln für selbständige Kinder und ihre Eltern

  • Präventive Erziehung darf auf keinen Fall Angst machen. Denn Angst erzeugt Schwäche und Hilflosigkeit.
  • Die Kinder brauchen Stärke und Energie, um sich wehren zu können.

 

Literaturhinweise:

Auf der Website  www.ane.de können Sie folgende Broschüren anfordern:

  • “Über Sexualität reden”
  • „Körper, Liebe, Doktorspiele“
  • „Kinder stark machen – Sexuellem Missbrauch vorbeugen“
  • “Mit Respekt geht's besser – Kinder gewaltfrei erziehen“

 

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